Unesco Sehenswürdigkeiten

Mont Saint-Michel - Frankreich.

Le Mont Saint-Michel © kevin14 - Fotolia.comLe Mont Saint–Michel liegt auf einer Felseninsel in der Normandie mitten im Wattenmeer. Auf einer Fläche von rund 55.000 qm leben circa 50 Einwohner.  Gut ein Dutzend davon sind Benediktinermönche, die bis heute die Gemäuer der im 12.Jahrhundert erbauten Abtei mit Leben füllen. Der Legende nach erschien 708 der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Avranches und beauftragte ihn auf der Insel eine Kirche zu bauen. Doch der Bischof folgte der Aufforderung nicht und so brannte der Engel ihm mit dem Finger ein Loch in den Schädel. Der Schädel des Bischofs wird angeblich in der Kirche St-Gervais in Avranches aufbewahrt, dürfte in Wahrheit aber ein aufgebohrter Schädel aus dem Mittelalter sein. Aubert jedenfalls errichtete zu Ehren des heiligen Michael einen ersten Reliquienschrein und legte damit den Grundstein für das heutige Kloster. Mont Saint-Michel wurde daraufhin zum Wallfahrtsort und zieht heute jährlich mehr als 3 Millionen Pilger und Touristen an. Auf Grund der baulichen Einzigartigkeit von Kloster, Kirche, Abtei und Dorf wurden der Berg und die Bucht im Jahr 1979 in die Liste des zu schützenden UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Circa einen Kilometer von der Nordküste Frankreichs entfernt, lagen Ort und Kloster früher mitten im Meer und waren gnadenlos den Gezeiten ausgesetzt. Erreichbar war die Insel nur bei Ebbe und zahlreiche Pilger verloren ihr Leben, weil sie die Macht der Flut und die Höhe der Tide unterschätzten. Im Jahr 1880 wurde ein fast 2km langer Fahrdamm gebaut, der die Insel mit dem Festland verband. Seither versandet die Bucht immer mehr, weil durch den starken Gezeitenwechsel die angespülten Sandmassen nicht mehr abfließen können. Die französische Regierung reagierte mit einem Rückbauprogramm für den Verbindungsdamm und die Parkplätze. Der ursprüngliche Zustand soll bis zum Jahr 2015 wieder hergestellt sein und Besucher sollen die Insel dann über eine Stelzenbrücke erreichen, unter der die Wassermassen ungestört hindurchfließen können.

Saint Michel  anno 1960Im Ort selbst hat man nur eine Wahl zum Kloster zu gelangen – man muss den Touristenströmen folgen. Lassen Sie sich also nicht von der malerischen Kulisse in Hochglanzkatalogen täuschen, sondern richten Sie sich auf einen Menschenstrom ein der sich zur Abtei hinaufzwängt. Den Berg hinauf führt eine schmale, steile Straße von der links und rechts verwinkelte, mit Kopfstein gepflasterte Gassen abgehen. Unzählige Restaurants und kleine Hotels säumen den Weg und überall findet man überfüllte Souvenirläden. Wahre Lichtblicke schaffen die kleinen Aussichtsbuchten entlang der Stadtmauer. Hier schaut man auf das Meer hinaus, beobachtet die kommende Flut oder kleine Schafherden, die friedlich auf den Salzwiesen grasen. Wer den Touristenmassen entkommen will und es zeitlich einrichten kann, sollte Mont Saint-Michel früh morgens oder spät abends besuchen. Oder man bucht sich gleich eine Übernachtung in einem der kleinen Pensionen, schlendert nachts durch die beleuchteten Gassen und kann so die wahre Magie dieses Ortes in sich aufnehmen.

Übrigens

Ansichtskarte von Igor AdolphNeueste Meldungen lassen vermuten, dass die Idylle um die berühmte Klosterinsel in Gefahr sein könnte und die UNESCO den Mont Saint-Michel als „gefährdet“ einstuft. Frankreichs Regierung plant eine Windparkanlage an der Atlantikküste und Eine davon soll in Sichtweite der Insel entstehen. Die Windräder würden den Blick auf den Berg mit der mittelalterlichen Benediktinerabtei stören und so laufen besorgte Bürger und Anrainer Sturm und protestieren gegen die Pläne der Regierung Sarkozy.
Das Welterbekomitee der UNESCO hat Frankreich inzwischen aufgefordert, auf den geplanten Windpark zu verzichten. Bleibt zu hoffen, dass ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt sind und Mont Saint- Michel in seiner Einzigartigkeit erhalten bleibt.