Unesco Sehenswürdigkeiten

Turm von Pisa - Italien

Turm zu Pisa © Albo - Fotolia.comEine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Europas befindet sich in Italien, die Campanile in Pisa. Bekannt ist diese als der schiefe Turm von Pisa. Er wurde 1173 – 1375 erbaut und befindet sich in Piazza dei Micaroli, direkt neben dem Dom Santa Maria Assunta. Dieser ist aus weißem Marmor 1063 erbaut wurde. Der Baustil des Doms ähnelt einem griechischen Tempel, denn der Dom ist mit Säulenelementen besetzt. Der Bau des Santa Maria Assunta wurde im dreizehnten Jahrhundert beendet. Die Kuppel des Doms ist auf 68 Säulen errichtet und die Kanzel, die aus grauen und rotem Granit besteht, befindet sich auf elf Trägern. Noch während dieser Baumaßnahme hatte Bonnano Pisano mit dem Bau der Campanile, der als freistehender Glockenturm neben dem Dom entstehen sollte, begonnenen. Bereits zwölf Jahre nach seinem Baubeginn gab das Fundament unter dem Turm nach und der Turm begann sich nach südöstlicher Richtung zu neigen.
Bei der Planung des Bauwerkes hatte man den Untergrund nicht beachtet. Das Fundament wurde auf einem zugeschütteten Kanal errichtet, was ein langsames einsacken des Turmes möglich machte. Unter dem Fundament befindet sich Lehmboden, der sich durch das Gewicht des Turmes verformt und den Turm absinken lässt.
Bevor das Fundament begann abzusinken, war Pisano in der dritten Etage angekommen. Nach dessen Tod wurde er in dem Fundament des Turmes beigesetzt.
Der Bau wurde dann von Giovanni di Simone 100 Jahre später fortgesetzt. Um ein weiteres Neigen des Turmes zu verhindern, lies er den Turm entgegen der Neigung weiter bauen. Nach seinem Tod standen die Bauarbeiten am Turm still. Erst 200 Jahre danach wurden sie von Tommaso Pisano beendet. Der Turm besteht aus einem gemauerten Holzzylinder, die Innen- und Außenwände sind aus Marmor. Im Inneren des Turmes befindet sich eine Wendeltreppe mit 293 Stufen, die in den Glockenturm führen. Der Durchmesser des Fundamentes beträgt 19,6 Meter. Die Höhe des Turmes misst 54 Meter. Ursprünglich sollte er eine Höhe von 100 Metern erreichen, was durch das frühe Neigen des Turmes nicht mehr möglich war.
Durch seine Rundform unterscheidet sich der schiefe Turm von Pisa erheblich von allen bis dahin erbauten Türmen. Schon durch sein Carrara- Marmor ergibt sich ein attraktives Erscheinungsbild.

Turm zu Pisa  anno 1970Im Turm befinden sich sieben Glocken, die heute nicht mehr geläutet werden, da die Erschütterungen zum Kippen des Turmes führen könnten. In jedem Stockwerk des Turmes befindet sich eine Tür, die hinaus zu den Säulengalerien führt. Die Schieflage des Turmes beträgt bereits 4,43 Grad und auch der Turm an sich hat bereits eine in sich liegende Neigung. 1989 Wurde der Turm zunächst wegen Einsturzgefahr geschossen. Die Sanierungsarbeiten dauerten zwölf Jahre. In dieser Zeit, 1992, wurde die Südseite mit Stahlseilen umgeben. Das Mauerwerk begann bereits zu reißen und man baute um das eigentliche Fundament ein Ringfundament, welches auf der Nordseite des Turmes auf den Boden drücken sollte, um eine definitive Stabilisierung zu erreichen.
Durch diese Maßnahmen hat der schiefe Turm von Pisa zehn Prozent seiner Neigung verloren und gilt derzeit wieder als sicher.

Übrigens

Ansichtskarte von Igor AdolphSeit 2001 ist es wieder möglich, dass Besichtigungen stattfinden können. Allerdings ist die Anzahl der Besucher, die das Bauwerk besuchen können, auf kleine Gruppen von je vierzig Besuchern im Abstand von fünfzehn Minuten beschränkt.
Ein komplettes Aufrichten des schiefen Turms von Pisa ist nicht geplant und wäre auch weder im Sinne der Italiener noch der Unesco, die den Turm von Pisa zum Kulturerbe ernannt haben.