Unesco Sehenswürdigkeiten

Bremens Stadtheld seit über 600 Jahren.

Statue des Roland © gourmecana - Fotolia.comFür die Bremer ist die Statue des Roland, die ihren Marktplatz ziert, aus mehreren Gründen unersetzlich. Nicht nur weil sie zusammen mit dem Rathaus der Stadt den Titel des Weltkulturerbes der UNESCO verliehen hat. Ein dort beliebter Glaube besagt außerdem, dass die Stadt solange frei sein werde, wie die Statue von Roland dort steht.
Die Statue stellt den, in zahlreichen Epen und dem berühmten „Rolandslied“, verewigten Helden und angeblichen Neffen von Karl dem Großen dar. Er wird in der Stadt als Symbol für deren Freiheit angesehen und ist über und über mit Symbolen bestückt, die diesen Anspruch untermauern sollen. Als sie 1404 errichtet wurde, trug die Statue noch nicht den wichtigsten dieser Beweise, eine Inschrift auf dem Schild, die erst 1512 dort eingefügt wurde. Diese Inschrift lautet:
„Freiheit tu ich euch öffentlich kund / die Karl und mancher Fürst fürwahr / dieser Stätte gegeben hat / dafür danket Gott, das ist mein Rat!“
Auch das erhobene Schwert stellt eine Bedeutung dar. Nicht etwa die seiner ritterlichen Abstammung, denn die wird schon durch seine Rüstung und den Harnisch verdeutlicht. Das Schwert stellt die Gerichtsbarkeit dar, die Bremen als freie Stadt in eigenen Händen hatte. Als Beweis dafür wird angeführt, dass dem Schwert die passende Scheide fehlt, um als Kriegwaffe zu gelten. Eher symbolisiert sie die Waffe von Justitia, der Göttin der Gerichtsbarkeit, mit der sie über die Schuldigen urteilt. Auch der Blickwinkel der Statue selbst soll eine Rolle spielen. Da sie genau auf den Dom gerichtet ist, dachte man früher, sie würde Ehrfurcht und Achtung vor dem Klerus ausdrücken. Heute hingegen ist man eher der Meinung, dass sie als Mahnmal gegen die Machtausweitung der Kirchenmänner so steht.

Statue des Roland anno 1926Schon lange vor der heute berühmten Statue, hatte Bremen seinen Roland und nicht nur einen, sondern gleich mehrere Statuen zierten den Platz. Diese waren zuvor allerdings aus Holz. Die letzte von ihnen wurde in der Nacht auf den 29. Mai 1366 auf Befehl von Erzbischof Albert II. verbrannt. Die Gründe dafür sind nicht genau überliefert. Im Jahre 1404 dann, noch bevor das ebenfalls von der UNESCO ausgezeichnete Rathaus errichtet wurde, wurde mit dem Bau einer neuen Rolandstatue begonnen. Die Bremer Steinmetze Claws Zeelleyher und Jacob Olde wurden mit dieser ungemein wichtigen Aufgabe betraut. Der ursprüngliche Roland war noch bemalt und strahlte in würdevollen Farben. Im 18. Jhd. als die Farben immer mehr verblassten, bemalte man den Roland neu, in steingrau, was dem damaligen Modegeschmack entsprach. Später wurde die Farbe fast gänzlich weggelassen und die sichtbare Steinmaserung ist auch heute noch nur durch eine sparsame farbliche Verzierung unterbrochen.
Im Laufe der Zeit musste der Roland viele Krisen überstehen und wäre mehr als einmal der Vernichtung anheim gefallen, hätte der feste Glaube der Bremer ihren Stadthelden nicht immer wieder gerettet.

Übrigens

Bremen, Roland - Ansichtskarte von Igor AdolphFast ebenso berühmt wie der Roland ist das Bremer Rathaus, das wie er im Jahre 2004 den Titel des Weltkulturerbes erhielt. Es ist ein wunderschönes Beispiel der gotischen Baukunst und steht der berühmten Statue direkt gegenüber, mitten in der Altstadt. Das erste Rathaus wird in Bremen bereits 1251 erwähnt. Das heute bekannte entstand auf dem Papier aber erst um 1400 herum. Der Bau begann etwas später als der des Roland. Unterschieden wird es noch in das alte und das neue Rathaus, die beide wiederum in mehrere Säle unterteilt sind, so dass es eher wie ein ganzes Schloss wirkt.