Unesco Sehenswürdigkeiten

Stolzenfels - ein stolzes Schloss

StolzenfelsWer sich dazu entschließt, dass Rheintal zu besuchen, der wird hier auf viele, historisch wertvolle Andenken der vergangenen Zeiten treffen. Es ist kaum möglich, dabei das weltberühmte Schloss Stolzenfels zu übersehen, das sich in der Nähe des Koblenzer Stadtteils Stolzenfels erhebt. Die mächtige und auch wunderschöne Festung ist im Stil der Neugotik gehalten, schließt aber auch Elemente der Romantik mit ein und zeigt damit wunderbar den Übergang von einer Kunstepoche in eine andere.
Im Jahre 2002 erhielt das Schloss von der UNESCO den Titel eines Welterbes, was ein weiters Kapitel in seiner langen Geschichte öffnete. Diese ist erstaunlich wenig von Blut gezeichnet, dafür umso mehr von Prunk und Wechsel. Auch die Anfänge von Schloss Stolzenfels waren wenig ruhmreich. Zwischen 1242 und 1259 auf Geheiß des Erzbischofs Arnold II. von Isenburg wurde zunächst nur die Burg Stolzenfels erbaut. Sie war damals auch noch keine wehrhafte Festung, sondern war als einfache Zollburg gedacht. Ihre hohe Lage sollte dazu dienen, dass gesamte Gelände zu überblicken, damit jeder, der das Gebiet passieren wollte, auch wirklich seinen Zoll zahlte. 1248 entstand der fünfseitige Bergfried. Dieser ist der einzige Teil des ursprünglichen Baus, welcher heute noch zu sehen.
Doch auch die Karriere als hiesige Schatzkammer behielt die Burg nicht lange. 1412 wurde ihre Rolle als Zollburg auf die rheinabwärts erbaute Burg Kunostein verlegt. Aber vielleicht war das auch gut so, denn inzwischen war die einstmals schmucklose Feste mit einem Wohnturm und einem prächtigen Palas erweitert worden. Alles natürlich für die dortigen Bischöfe, die scheinbar gerne Gäste dort empfingen und beeindruckten.
Trotzdem blieb auch die Burg nicht vom Lauf der Zeit verschont. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg erst von den Schweden und anschließend von den Franzosen besetzt. Diese waren es auch, die die Festung nach dem pfälzischen Erbfolgekrieg nur noch in Trümmern zurück ließen.


Stolzenfels  anno 1920150 Jahre lang moderten die Überreste vor sich hin. Bis 1832 Friedrich Wilhelm IV. die Ruinen als Schenkung annahm. Stolzenfels sollte zu einem Sommersitz des preußischen Königs ausgebaut werden und sofort machte man sich an die Arbeit. Von 1826 bis 1830 wurden die Ruinen von Johann Claudius von Lassaulx umgebaut. Dieser fügte den ursprünglich geplanten gotischen Elementen nun die Elemente des romantischen Baustils hinzu, die dafür sorgten, dass das Schloss heute einen so ungewöhnlichen, aber auch schönen Anblick der Vermischung zweier Kunststile bietet. Der berühmte Rittersaal der Festung diente sogar als Vorbild für die Marienburg von Danzig. Der eigentliche Ausbau dauerte dann bis 1842. In dieser Zeit entstand das Schloss, das größtenteils auch noch heute zu erkennen ist. Im selben Jahr bezog Wilhelm IV. feierlich mit einen historischem Umzug das Schloss, welches ihm fortan als Sommersitz dienen sollte. 1845 wurde noch eine letzte Veränderung an dem Bau vorgenommen, eine Kapelle im neugotischen Stil. Im selben Jahr besuchte auch die britische Königin Victoria die Festung und man sagte, dass sie sehr beeindruckt gewesen war.

Übrigens

Ansichtskarte von Igor AdolphSchon zur damaligen Zeit war Schloss Stolzenfels in Abwesenheit des Königs zur Besichtung frei. Eine Tradition, die bis heute beibehalten wurde. Auch diese Offenheit, mit der die prächtige Festung zur Schau gestellt wurde, war für die UNESCO sicher ein Grund, den wertvollen Titel des Welterbes für die obere Mittelrheinregion zu vergeben.