Unesco Sehenswürdigkeiten

Rantakasarmi Suomenlinna Finnland

Rantakasarmi Suomenlinna FinnlandEtwa zwei Kilometer vor dem Hafenbezirk von Helsinki, der Hauptstadt von Finnland, erstreckt sich die aus sieben kleinen Inseln bestehende Inselgruppe Suomenlinna auf einer Gesamtfläche von weniger als einem Quadratkilometer. Auf Suomenlinna befinden sich die liebevoll gepflegten Reste einer in der schwedischen Sprache „Sveaborg“ und auf Finnisch „Viapori“ genannten Festungsanlage. Heute ist Suomenlinna aber nicht nur ein Relikt aus alter Zeit, das zahlreiche Geschichtsfans anlockt, sondern vor allem ein überaus populäres Ausflugsziel für die finnischen Hauptstädter und ihre Gäste. Die frühere Bezeichnung der im 18. Jahrhundert errichteten Festungsanlage als „Gibraltar des Nordens“ weist auf die einstige Bedeutung von Suomenlinna als strategische Schlüsselstellung im östlichen Ostseeraum hin. Durch diese militärische Position wurde der Zugang zum Finnischen Meerbusen und damit zur russischen Metropole St. Petersburg kontrolliert.

Suomenlinna fortress in Helsinki, Finland © Scanrail - Fotolia.comAls Schweden im Jahr 1809 Finnland an Russland abtreten musste, war die Festung bereits über 50 Jahre alt. Schweden hatte sich durch den Bau einen strategischen Vorteil gegenüber dem Ostsee-Rivalen Russland erhofft. Im schwedisch-russischen Krieg von 1808-1809 hatten russische Truppen Helsinki besetzen können. Das stark befestigte Suomenlinna ergab sich daraufhin kampflos. In den Folgejahren wurde die nun russische Festung ausgebaut. Zeitweise machten hier annähernd 15.000 Soldaten Dienst. 1855, am Ende des Krimkriegs, wurde Suomenlinna im Zusammenhang mit den Ostsee- Marineaktionen der gegen Russland verbündeten Mächte Großbritannien und Frankreich mehrere Tage lang von Kriegsschifen bombardiert.

Nach dem Zusammenbruch des Zarenreiches 1917 und der Proklamierung eines unabhängigen finnischen Staates kam es zu blutigen Bürgerkriegskämpfen zwischen linken und rechten Kräften. 1918 wurde Suomenlinna Schauplatz von Massakern, die „weiße“ Soldaten an gefangenen „Roten“ verübten.

UNESCO-Weltkulturerbe

Rantakasarmi Suomenlinna FinnlandDie Festung war im 20. Jahrhundert veraltet und diente den finnischen Streitkräften lediglich als Ausbildungsstätte und Depot. Mitte der1970er Jahre übergab das Verteidigungsministerium das insulare Gebiet dem Bildungsministerium, das auf Suomenlinna ein Erholungs- und Informationszentrum plante.
In den früheren Kasernen, Depothallen und Offiziershäusern haben sich mittlerweile etwa 900 dauerhafte Einwohner eingerichtet, die auf Suomenlinna wohnen und zum großen Teil in den Einrichtungen auf den Inseln oder als Künstler arbeiten. Neben einer verbliebenen Marineschule, einem Gefängnis und einer Zollstation gibt es auf Suomenlinna eine kleine Werft sowie Restaurants und Gaststätten mit einer angeschlossenen Brauerei. Im um 1870 direkt am Ufer der Hauptinsel Iso Mustasaari errichteten Kasernentorkomplex „Jetty Barracks“, der durch seinen unmilitärisch anmutenden rosafarbenen Anstrich überrascht, sind das Informationszentrum der Inseln, Restaurants und Studios untergebracht. Die Inseln mit ihren kilometerlangen Festungswällen und 100 alten Kanonen werden landschaftlich von geschützten Wildgrünflächen, die Zufluchtsort zahlreicher Zugvögel sind, sowie Parkanlagen geprägt. 1991 erklärte die Unesco Suomenlinna zum Weltkulturerbe.
Das von Helsinki problemlos in 15 Minuten mit Fähren und Wasserbussen erreichbare Suomenlinna bietet dem Besucher vier Museen, darunter ein Unterwasser-Museum. Von Suomenlinna können Boots- oder Segelausflüge in die Schärenwelt um Helsinki herum oder auch größere Törns bis zu den etwa 100 Kilometer entfernten Aland-Inseln unternommen werden.