Unesco Sehenswürdigkeiten

Die Wieskirche und das ehemalige Kloster Steingaden

Wieskirche © Eduard Shelesnjak - Fotolia.comIm bayrischen Pfaffenwinkel steht eine der berühmtesten Rokoko-Kirchen der Welt: ‘Die Wies‘ in der Gemeinde Steingaden zieht jedes Jahr rund eine Million Besucher aus aller Welt an. Viele der Gäste sind Wallfahrer. Sehenswert ist auch das nahe gelegene ehemalige Kloster Steingaden, von dem noch viele Gebäude erhalten sind, wie etwa das romanische Welfenmünster. Die Geschichte der Wieskirche reicht bis ins Jahr 1738 zurück. Damals hat die Bäurin Maria Lory in den Augen einer Jesus-Figur Tränen gesehen. In den folgenden Jahren wurde aufgrund dieses Tränenwunders die prächtig ausgestattete Wallfahrtskirche errichtet, in deren Mitte die Figur des Gegeißelten Heilands steht. Die UNESCO hat die Wieskirche 1983 zur Welterbestätte ernannt. Weltberühmt ist die von der UNESCO geschützte Wieskirche auch wegen ihrer baugeschichtlichen Bedeutung. Der staunende Gast sieht ein prächtiges Deckenfresko, in Gold gehaltene Wände und Säulen, zahlreiche Muschelornamente. Licht durchflutet den ovalen Kirchenraum. Die Orgel wurde im letzten Jahrhundert mehrmals restauriert und umgebaut. Das prachtvolle Gehäuse von Kirchenerbauer Dominikus Zimmermann konnte aber beibehalten werden. Im Turm hängen sieben Glocken. Nur an hohen Feiertagen bilden alle sieben das Vollgeläut. Vor den Sonntagsmessen sowie samstags ist das vierstimmige Barockgeläut zu hören. Unter der Woche ein Geläut aus drei Glocken.


Wieskirch  anno 1960Das Wallfahrtsjahr in der Wieskirche hat gleich mehrere Höhepunkte: Die Eröffnung am 1. Mai, die Erinnerung an das Tränenwunder am 14. Juni oder dem darauf folgenden Sonntag, das Schutzengelfest im September sowie das Gedächtnis der Kirchenweihe im am zweiten Sonntag im Oktober. Noch viel weiter reicht die Geschichte des Klosters Steingaden zurück. Es wurde vor fast 900 Jahren gegründet, aber bereits im Jahr 1803 aufgelöst. Viele Gebäude der ehemaligen Klosteranlage stehen noch. Das sogenannte Welfenmünster, die heutige Pfarrkirche, zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauten im Alpenvorland. In Inneren weist die Kirche eine prächtige Rokoko-Ausstattung auf. Altäre, Chorgestühl und Kreuzgang stammen aus verschiedenen Epochen. Erhalten ist noch die romanische Johannes-Kapelle.

Übrigens

Ansichtskarte von Igor AdolphIm Pfarrhof ist heute ein Museum untergebracht. Den Gast erwarten im noch erhaltenen altehrwürdigen Trakt des Klosters zahlreiche Ausstellungsstücke. Zum Beispiel Gemälde und Skulpturen aus ehemaligem Klosterbesitz, die Galerie der bedeutenden Prälaten sowie die Klosterkrippe. Dort, wo früher der Klostergarten war, findet der Besucher heute eine Oase für alle Sinne. Der örtliche Gartenbauverein hat diesen im Jahr 2008 zu einem Lehr- und Meditiergarten umgestaltet. Besonders sehenswert ist das angelegte Labyrinth.